Barrierefreier Notruf mithilfe der „Nora“-App

(Bild: Feuerwehr Dortmund)Bonn (pm) – Mit der Notruf-App „Nora“ steht seit Kurzem neben den bisherigen Notrufsystemen ein zusätzlicher mobiler Baustein zur Verfügung. Vor allem Menschen mit einer Sprach- oder Hörbehinderung und Menschen mit geringen Deutschkenntnissen sollen von der App profitieren. Bei „Nora“ handelt es sich um die offizielle Notruf-App der Bundesländer.

Das Innenministerium Baden-Württemberg teilte mit, dass die Notruf-App es in Notsituationen ermöglicht, ganz ohne zu sprechen, einen Notruf abzusetzen. In diesem Notruf per App werden die wichtigsten Informationen automatisch übermittelt, zum Beispiel persönliche Daten, der Notfall-Ort und die Art des Notfalls. Die persönlichen Daten bleiben auf dem Smartphone gespeichert und nur bei einem Notruf an die Einsatzleitstellen übermittelt. Freiwillig können in der App Angaben wie Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und Behinderungen hinterlegt werden.

Informationen zur konkreten Notsituation werden über maximal fünf Fragen abgefragt. Dabei helfen Symbole, Texte in leichter Sprache und eine intuitive Nutzerführung. In bedrohlichen Situationen, in denen der Notruf möglichst unbemerkt bleiben soll, ist auch ein „stiller Notruf“ möglich. Der App-Notruf für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst kann im ganzen Bundesgebiet genutzt werden. Neben Deutsch ist die App auch in englischer Sprache verfügbar.

Menschen mit Sprach- und Hörbehinderungen stehen bisher das Notruf-Fax, ein Gebärdendolmetscherdienst (TESS-Relay) sowie die SMS-Nothilfe zur Verfügung. Der Dolmetscherdienst stellt die Kommunikation zwischen den Notrufenden und der jeweiligen Einsatzleitstelle her und übersetzt. Das Notruf-Fax muss von einem Standort mit Faxgerät versendet werden und lässt Rückfragen der Einsatzleitstelle nur mit verhältnismäßig großem Aufwand zu. Ein mobiler Notruf ist über dieses System in der Regel nicht möglich.

Die Notruf-App ist in einer Kooperation der Länder, unter Federführung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums, als bundesweit einheitliche App-Lösung entstanden. Sie steht ab sofort in den App-Stores zum kostenlosen Download bereit.

Die Feuerwehr Dortmund teilte mit, dass alle Leitstellen in Deutschland an das „Nora“-System angebunden seien und Notrufe der App auswerten könnten. Die Leitstelle der Feuerwehr Dortmund wurde durch weitere Hardware an die Bundes-Notruf-App angebunden und alle 92 Mitarbeiter speziell für die Anwendung geschult.

Der Start in Dortmund wurde wie in ganz Deutschland durch das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenhilfe (BBK) durchgeführt. Dieses war federführend in der Einrichtung der App.